Bibliographie
Bibliographie zur frühneuzeitlichen Gelegenheitsdichtung
in Deutschland und Europa (BibGDE)

Berichtszeitraum 2000–2013 / 468 Titel (Stand: Dezember 2015)


Die Bibliographie verzeichnet Studien und Editionen zur frühneuzeitlichen Gelegenheitsdichtung in chronologischer Form und innerhalb der Einzeljahre in alphabetischer Reihenfolge. Dabei werden sowohl Arbeiten zu spätmittelalterlichen Formen berücksichtigt, die in den Humanismus überführt wurden, als auch solche zu den Fortführungen der in der Spätaufklärung trotz aller Kritik an dieser Form des Dichtens breit differenzierten Gattung unter veränderten sozialen und ästhetischen Vorzeichen im 19. Jahrhundert.

Im Mittelpunkt steht das anlassgebundene und auf Personen gerichtete Gelegenheitsschrifttum in Vers und Prosa aus dem alten deutschen Sprach- und Kulturraum. Doch der Anspruch dieser Bibliographie ist ein europäischer: dementsprechend wurden die Forschungen zum ›Dichten bei Gelegenheit‹ in anderen europäischen Nationalliteraturen soweit wie möglich berücksichtigt. In diesem Bereich freilich ist Vollständigkeit auch nicht annähernd erreicht.

Angeschlossen wird an Osnabrücker Vorarbeiten, die ein erstes Ergebnis in der folgenden Veröffentlichung gefunden haben:

Martin Klöker: Gelegenheitsdichtung. Eine Auswahlbibliographie .- In: Göttin Gelegenheit. Das Personalschrifttums-Projekt der Forschungsstelle ›Literatur der Frühen Neuzeit‹ der Universität Osnabrück. Hrsg. von der Forschungsstelle ›Literatur der Frühen Neuzeit‹ der Universität Osnabrück, unter redaktioneller Bearbeitung von Stefan Anders und Martin Klöker.- Osnabrück: Rasch 2000 (= Kleine Schriften des Instituts für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit; 3), S. 209–232.

Anders als in dieser grundlegenden Auswahlbibliographie wird für die Berichtsjahre ab 2000 auf kommentierende Bemerkungen zu einzelnen Titeln verzichtet. Allerdings erfolgt die Aufnahme in unsere Bibliographie grundsätzlich nur nach dem de-visu-Prinzip. Sämtliche verzeichneten Titel sind in der Bibliothek oder im Aufsatz-Archiv des Osnabrücker Instituts für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit im Druck oder als Kopie vorhanden. Studien, in denen das personale Gelegenheitsschrifttum nur einen Aspekt neben anderen bildet, sind in den Fällen erfasst, in denen kulturgeschichtliche Kontexte aufgezeigt sind, die für die Gattung mit allen ihren Spielformen Relevanz besitzen.

Für die Titelauswahl wird ein weiter medialer Begriff von Gelegenheitsschrifttum angewendet, der keineswegs auf den Buchdruck beschränkt ist, vielmehr auch Handschriften, Epitaphien und andere Formen von Textpräsentationen, etwa an Ehrensäulen bei höfischen Festaufzügen (adventus imperatorum) oder in oralen wie musikalischen Aufführungskontexten einbezieht. Ebenso werden die wenig erforschten Begleitgedichte zu anderen Publikationen, die z.B. als Widmungsgedichte ein Buch eröffnen oder als Gratulationes eine Dissertation beenden, aufgenommen.

Dagegen wird die Forschung zu Leichenpredigten, die insbesondere in der Geschichtswissenschaft große Aufmerksamkeit gefunden haben und weiterhin finden, nur insoweit verzeichnet, wie in den jeweiligen Publikationen kasuale Texte und mit diesen verknüpfte soziale Praktiken jenseits der eigentlichen Predigt und Parentatio berücksichtigt bzw. verzeichnet sind; außerdem werden grundsätzlich bibliographische Verzeichnisse aufgenommen. Ausdrücklich sei in diesem Zusammenhang auf die thematisch verwandte ›Bibliographie zur Leichenpredigten-Literatur‹ verwiesen, die über die Webpräsenz der Marburger Forschungsstelle für Personalschriften zugänglich ist.

Die Osnabrücker Bibliographie wird fortlaufend ergänzt. In regelmäßigen Abständen werden aktualisierte Versionen hochgeladen, Ergänzungen sind herzlich willkommen.